Osterbasteln einmal anders: Kindergottesdienst Bokeloh unterstützt aidskranke Kinder

Am Sonntag, 21.03.2021 hat in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Bokeloh ein besonderer Kindergottesdienst stattgefunden. Die Kinderkonfirmand*innen mit Eltern wurden unter Einhaltung des Hygienekonzepts und der Abstandsregeln willkommen geheißen. Der Einladung der Kirchengemeinde ist Prof. Dr. med Ulrich Baumann, Facharzt für Kinderheilkunde an der MHH, ebenfalls gefolgt. Er ist Pädiater, Immunologe und Pneumologe und leitet die spezialisierte Ambulanz für HIV-positive Kinder an der MHH. Es ist die einzige Ambulanz dieser Art in Niedersachsen, die aidskranke Kinder betreut.

Bokeloher Kinder haben mit ihren Eltern Päckchen für die aidskranken Kinder mit ihren Geschwistern gepackt. Sie wollen den Kindern zu Ostern eine Freude bereiten. Alle diese Kinder, die ein Päckchen erhalten, werden von Prof. Dr. Baumann teilweise schon von Geburt an bis zur Vollendung des 17. Lebensjahres betreut. Insgesamt sind 23 Päckchen an die Kinder versendet worden

Der Kindergottesdienst wurde von Monika und Rita Seegers geleitet. Tim Wagner hat den Gottesdienst musikalisch auf der Orgel begleitet und gesungen. Unterstützt wurde er von den Gottesdienstteilnehmer, die mit bereitgelegten Schlaginstrumenten die Lieder begleitet haben.

Professor Baumann hat sich und seine Arbeit vorgestellt und den Anwesenden erklärt, was eine HIV-Positive- bzw. eine Aids-Erkrankung ist. Er betreut bis ca. 30 Kinder. Weiterhin hat er erklärt, dass diese Krankheit zurzeit nicht heilbar ist. Die Betroffenen müssen zeitlebens mehrmals täglich Medikamente einnehme. Nur mit diesen Medikamenten können sie ein recht normales Leben führen. Einige Kinder haben ihre Eltern an dieser Erkrankung verloren und leben in Pflegefamilien. Es ist nicht immer einfach, denn auch heute noch kommt es zu Diskriminierung, wenn andere von der Erkrankung erfahren.

Die Kinder haben rege Fragen gestellt und waren sehr interessiert. Teilweise wussten sie schon einiges über die Erkrankung. Professor Baumann hat alles geduldig beantwortet. Er wurde von seinem Sohn Sebastian begleitet, der schon seit seiner Kindheit seinen Vater begleitet und einige Freunde unter den aidskranken Kindern gefunden hat.

Das Fazit, welches Professor Baumann mir am Ende sagte, lautet: „Man kann mit Aids leben und mit einem anderen Menschen zusammenlebe ohne sich anzustecken. Hauptsache, man geht nicht ungeschützt miteinander um.“

Wunstorf, 25. März 2021

Jutta Rohrbach (Text und Fotos)